TH FanFictions - by Lara <3
11. Kapitel

Gina.

Ich hätte mir in den Hintern beißen können.
Wieso hatte ich nur „Lass das!“ gesagt. Jetzt würde er Fragen stellen, Fragen auf die ich ihm keine Antwort geben konnte, nein, wollte!
Es wäre alle so perfekt gewesen, keiner hätte Fragen gestellt, alle hätten gedacht, ich wäre normal.
Normal…
Wie könnte man „normal“ definieren? Hat irgendwann mal ein Mensch gesagt, er wäre normal?
Hätte das geheißen, dass alle anderen nicht normal, unnormal, anders wären?
Warum verdammt war ich nicht wie sie?
Wie die anderen…

„Was ist los?“

Ich glaube er hat damals gemerkt dass ich zusammen gezuckt bin, bei der Frage. Er ist nicht weiter darauf eingegangen, er hat mich nur gemustert, hat gehofft, dass ich ihm eine Antwort gebe.
Aber nein,
ich war weder stehen geblieben, noch habe ich ihm die Wahrheit erzählt.

Ich bin weggerannt.
Gerannt, wie ich noch nie zuvor in meinem Leben gerannt bin. So schnell, der Wind pfiff mir um die Ohren.
„Gina!“
Nein, nein, nein.

Ich überhörte das Rufen von Tom, und von Bill.
Es war krank, wie sehr ich die Beiden innerhalb von ein paar Stunden schon lieb gewonnen hatte.
So was hat man nicht oft im Leben.
Aber ich durfte nicht,
ich würde sie nur verletzen.
Ich spürte die Tränen die mir über die Wangen hinunter rannen.

Ich wurde langsamer, sah mich um.
Wie oft war ich hier schon gewesen, wie sehr liebte ich diesen Ort, und wie sehr hatte ich ihn gemieden, war nicht mehr hier gewesen.
Es sah alles noch genauso aus, wie früher.

Wie oft waren Opa und ich hierhin gegangen, unsere Höhle, unser Fluchtpunkt. Ich musste lächeln,
fuhr mit dem Finger die Zeichnungen an der Wand nach, die Wörter, die wir an einem Sommertag an die Wand gepinselt hatten.

„Kopf hoch“, das hatte Opa geschrieben. Ich seufzte. Das passte jetzt genau. „Ach Opa!“, ich setzte mich auf einen Stein.
„Virginia & Josef“ Noch ein Seufzer, und die Tränen kullerten wieder.

Zum ersten mal alleine
in unserem Versteck.
Ich seh' noch unsere
Namen an der Wand
und wisch' sie wieder weg.
Ich wollt' dir alles anvertrau'n,
warum bist du abgehau'n?
Komm zurück, nimm mich mit.

Leise sagte ich dir Worte vor mich hin, starrte die Bilder an der Wand an, prägte sie mir ein, dessen bewusst, dass ich nie wieder hierhin gehen würde.
Zumindest nicht in diesem Leben.

„Rette mich“, flüsterte ich.

~*~

12. Kapitel

Es war schon spät in der Nacht, als ich die Haustüre aufschloss.
Zum Glück hatte meine Mutter Nachtschicht, sie arbeitete als Polizistin, sonst wäre ich bestimmt getötet worden.
getötet…
Das Haus war total ausgestorben.
ausgestorben
Verdammt, Gina, was ist mir dir los? Du bist doch sonst nicht so… depri!.
Sonst war ja auch alles anders
Verfluchtes Gewissen. Man ey, man kann doch nicht von jetzt auf gleich das was einen schon seit Jahren beschäftigt auf einmal rausgekommen. Bumm machen.

Anscheinend doch

Seufzend schloss ich die Haustür hinter mir.
Nala kam sofort und strich mir um die Beine. Ihr hörte ihr wohliges Schnurren, das mich immer so beruhigte.
Ich liebte dieses Tier! Abgöttisch!
Opa hatte sie mir geschenkt…
Opa…

„Das reicht!“, schimpfte ich mich selbst. Man.
Mein Handy piepte laut auf. Höchstwahrscheinlich eine SMS, bestimmt von Niklas, der fragen wollte wo ich war.
Der hat sich sicher gelangweilt, weil keiner mit ihm Karaoke macht.
Tzz…

Als ob ich nichts anderes im Kopf hätte!

Sie wussten doch gar nicht wie es mir geht!
Wie man sich fühlt, an meiner Stelle!


Es war… zum Kotzen!

Sich auszumalen wie sie reagieren würden; was ES auslösen würde. Kopfschüttelnd schmiss ich meine Schuhe in die Ecke, das Miauen von Nala überhörend, tapste ich ins Bad, sah in den Spiegel.

Meine Wangen zeichnete die Spur von Tränen, verwischt mit schwarzem Kajal. Es war mir egal.
Was interessierte es mich wie es aussah?
Es gab immerhin „Die Drei!“

„Die Drei“ waren meine eigenen kleinen Gesetze.
1: Verliebe dich nie!
2: Falls du dich verliebst, sorge dafür, dass sich derjenige nicht in dich verliebt!
3: Falls er auch in dich verliebt ist, komme auf keinen Fall mit ihm zusammen!!

Ich schälte mich aus meinen Klamotten, mein Handy hatten unterdessen noch 2 weitere Male gepiept. Sollte es mir doch egal sein!

1.11
Hm… komische Zeit.

I’ve had the time of my life… and I never felt this way before.. yes I swear…

Fuck!
Scheiß Handy.

„Ja?“, brummte ich ins Telefon. „Gina?“ „Ne, Kurt!“
„Verdammt, wo bist du hingegangen?“
Wer zum Teufel war das?

„Wer bist du?“
„Bill… ich-“

Tuut..tuut..tuut..

~*~

13. Kapitel

Bill.

Tuut…Tuut…Tuut

„Tom!“
Mein Gegenstück saß gelangweilt auf seiner Couch.
Seit wir vor einer geschlagenen halben Stunde nach Hause gekommen waren, hatte er sich doch tatsächlich nur bewegt, um sich ein Red Bull zu holen, um 1 Uhr nachts.
Naja, bei ihm musste man sich eigentlich auf alles gefasst machen.
„Was’n?“
Er gähnte herzhaft.
Typisch-Tom

Er hatte schon nach 2 Minuten aufgegeben, nach Gina zu suchen. Der machte sich tatsächlich keinerlei Sorgen.
Es kam mir vor, als wäre sie ihm egal.
„Gina hat aufgelegt!“
Für einen Augenblick kam es mir wirklich so vor, als ob er erstaunt war –
„Hätte ich auch gemacht…“

Kopf meets Wand

„Mensch, Tom! Machst du dir kein bisschen Sorgen? Ich mein, du warst am tanzen mit ihr, DU hast zugelassen, das sie wegrennt… DU –“
„-jetzt komm mal runter“ Tom sprang auf.

Welch ein Elan

Wir kennen sie seit vielleicht 12 Stunden, und du tust grad so, als wäre sie unsere Schwester!
Wenn sie wegläuft, soll sie doch!
Boa Bill, sie ist nur eine ’Bekanntschaft’“

Ich spürte wie mein Atem heftiger wurde, schneller.
Was bildete der sich eigentlich ein?
Bekanntschaft?

Tzz…

„Bekanntschaft? BEKANNTSCHAFT?! Nur weil du sie noch nicht gepoppt hast? Ach nein- dann wäre sie ja, lass mich überlegen, ein NICHTS! Sag mal, bist du bescheuert?“
„Das könnte ich dich auch fragen, Billy!“
„Nenn mich nicht BILLY!“

Schnauben.

„Ich darf dich nennen wie ich will, BILLY!“
„Halt die Fresse, TOMMY!“
„Schnauze!“
„Fick dich doch!“
„Nee lass mal, dafür benutz ich anderes…“
„Perverses Stück Scheiße!“
„Nur weil du keine abkriegst!“
„Jetzt reicht’s aber!“

Tom ließ sich wieder auf die Couch fallen.
„Okay, es ist mir egal, ja? Wenn sie sich was aus uns machen würde, hätte sie nicht aufgelegt, okay?
Aber sie hat aufgelegt, und bei Gott, sie wird einen Grund dafür haben!
Wir wissen wo sie wohnt.
Fahr morgen vorbei, frag sie, aber halt mich da raus-“
„Warum denn? Was ist mit dir los?“
Keine Reaktion.

Nur das gleichmäßige Ticken der Uhr, bedeutete, dass in diesem Raum etwas lebte.

Tick…Tick…Tick…

~*~

14. Kapitel

Gina.

Tock.. Tock…Tock…

Seit Stunden dasselbe Geräusch.
Ich kann’s nicht mehr hören!
Warum musste es gerade jetzt regnen.
„Weil es in dramatischen Situationen immer regnet“, murmelte ich wissend vor mich hin.

(||hierbei Grüße an Vivi ;D Ich hoffe du weißt was gemeint ist...)

Dramatisch… konnte man das hier als Drama sehen?
War alles geplant?
Sollte alles so kommen?
Ich seufzte resignierend.
Kacke verdammte…
Da wurde ich einmal in meinem Leben philosophisch und dann das!
Meine Zimmertür ging langsam auf.
„Gina, schläfst du noch?“
Kopfschütteln.
Es war ja schon hell, 9 Uhr oder so.
„Also…“ Meine Mutter kam auf mich zu und setzte sich an den Bettrand.
„Du hast Post bekommen… vom Krankenhaus und…“

Bill.

Erschrocken fuhr ich hoch.
Nebenan aus Toms Zimmer kam ein Knall und dann ein dumpfes Stöhnen.
„Alles klar Tom?“
„Jaja…“
Seufzend stand ich auf. Jetzt war ich eh wach, dann konnte ich mich auch fertig machen und zu Gina gehen.
Ich ging ins Bad und griff zum Haarwachs.
Täglich immer dasselbe, seit 4 Jahren.
Langsam nervte es mich ja.
Genervt ging ich schließlich nach unten in die Küche und holte mir ein Red Bull aus dem Kühlschrank.
Hunger hatte ich momentan eh nicht.
Was sollte ich nur zu Gina sagen?

Tom riss mich aus meinen Gedanken der sich ebenfalls mit einem Red Bull gerade neben mich gesetzt hatte.
„Gehst du zu ihr?“, fragte er und versuchte dabei so gelangweilt wie möglich zu klingen.
„Mhm…“
Ich grinste innerlich, er wusste dass ich wusste, das er mit wollte.
Gott, was für Gedankengänge.
Ich trank mein Red Bull leer und schmiss die Dose in den Mülleimer.
„Ich bin dann mal weg, um 1 Probe? Ich schätz mal das Gina dabei ist. Ciao dann!“
Ich zog die Haustür hinter mir zu und lief zum Bus.
Zum Glück war der gerade gekommen.
Ich ließ mich auf eine Sitzbank fallen
Ob Gina überhaupt wollte dass ich kam?
Dumme Frage, natürlich wollte sie es nicht.
Ansonsten hätte sie gestern auch nicht aufgelegt.
Irgendwas verschwieg sie, etwas das wir nicht wissen sollten.

Eine halbe Stunde später stand ich bei ihr vor der Haustür und klingelte.
Dann mal durch.
Ihre Mutter öffnete wieder.
„Ach… hallo! Du schon wieder. Gina ist in ihrem Zimmer…Aber…“
Ohne sie ausreden zu lassen war ich an ihr vorbei und die Treppe hoch.
„Dritte Tür links“, hörte ich ihre Mutter noch rufen.
Ohne anzuklopfen „stürmte“ ich rein und sah direkt in Ginas überraschtes Gesicht.
Sie hatte geweint, das sah ich sofort, ihre Augen waren total gerötet.
„Was willst du denn hier?“
Ich trat ein paar Schritte auf sie zu.
„Fragen warum du gestern einfach abgehauen bist, und warum du einfach aufgelegt hast, anstatt wie ein vernünftiger Mensch einfach zu sagen was los ist.“
Sie biss sich auf die Unterlippe und stand langsam auf.
Ich wusste nicht wieso, aber ich konnte erkennen dass sie mit sich selbst kämpfte.
„Gina, was ist los?“
Ein paar einsame Tränen rannen ihre Wangen hinunter.
Von jetzt auf gleich lag sie in meinen Armen.
„Ich kann nicht mehr…“, flüsterte sie und fing wieder an zu weinen.

~*~

15.Kapitel

„…und ihr wollt wirklich nichts trinken?“ „Mum, nein! Geh bitte!“ Ich schweifte zwischen Gina und ihrer Mutter hin und her.
Was war hier nur los.
Ginas Mutter war total verkrampft, das hörte man an ihrer Stimme. Sie hatte auch geweint. Seufzend schloss sie schließlich die Tür und ich sah mich in ihrem Zimmer um.
„Nett hast du’s hier…“, murmelte ich.
„Warum bist du hier?“
Sie hatte einen Amerikakalender.
„Weiß nicht…“
August…
Häh?
„Du wirst doch wohl einen Grund haben...“
Wieso zum Teufel hatte sie den Kalender nicht umgeblättert.
„Das geht dich nichts an!“
„Hab ich laut gedacht?“
„JA!“ Sie sah mich nicht an.
„Gibst du mir eine Antwort?“

Tick…Tick…Tick…

„Ich weiß nicht…“
Sie sah auf und blickte mir in die Augen. Ein Schauer zog über meinen Rücken. Sie hatte so einen Blick drauf…
„Als...ich… ihr… also… ich weiß nicht wo ich anfangen soll…“
Sie stützte ihren Kopf in die Hände und sah gen Boden.
„Das ist alles so verwirrend. Ich war solange weg…“
Verwirrt sah ich sie an.
„Weg? Wo denn?“
„Genau das ist ja das Problem. Also, im August war ich mit meiner Freundin schwimmen. Am nächsten Tag wollte ich dann mit dem Rad zu einer Party. Mum meinte schon das es gefährlich wird. Naja, dann bin ich im Krankenhaus aufgewacht. Das war vor etwas mehr als einer Woche und jetzt sitz ich hier mit dir…“
Krankenhaus…
Eine Woche…
Häh?
Bitte noch mal für doofe!
„Du lagst im Koma?“
Ohne jegliche Gesichtsregung klatschte Gina zweimal kurz in die Hände. „Der Kandidat hat 100 Punkte.“

Gina.

Wieso ich ihm das erzählt hatte, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Bill sah mich mehr oder minder geschockt an und versuchte irgendwas zu sagen, was ihm aber gründlich misslang.
„Tja, deswegen haben wir uns nie gesehen. Ich war überhaupt nicht in der Schule, wie hätten wir uns auch sehen sollen…“
Bill stützte den Kopf in die Handflächen und seufzte einmal.
„Bist du deswegen weggerannt?“
„Wann?“
„Ja…gestern?“
Scheiße…
Was hatte Mum gesagt? „… und erzähl es lieber, sonst machst du es noch viel schlimmer…“? Irgendwas in der Art, aber ich kannte Bill doch gar nicht gut genug.
Konnte man auf so einer Basis Vertrauen aufbauen?
Ich spürte Bills Blicke auf mir.
„Also?“
Ich seufzte.
„Nein, bin ich nicht.“
„Warum denn dann?“
Ich erschauderte. Die Frage wollte ich nicht hören, genau die Frage.
Ich richtete mich auf.
„Nur wenn du mir versprichst, das du es Tom und auch sonst keinem sagst, weder Gustav oder Georg, noch sonst jemanden, okay?“
Bill zögerte. „Okay…“
„Schwöre!“
Langsam kam ich mir dumm vor…
„Ich schwöre“, er sah mich ernst an.
„Gut.“

Bill.

Verdammt was sollte das?
War es so schlimm oder wieso musste ich auch noch schwören.
„Ich bin krank.“
„Ja… dann werde wieder gesund, da ist doch nichts dabei…“
„Nein Bill! Ich bin KRANK!“
Ich sah sie an.
Geschockt, vermutlich auch verwundert.
„Aber du siehst doch kerngesund aus.“
Gina lächelte schwach.
„Tja...“
Ich konnte nur noch den Kopf schütteln, die ganze Zeit. „Was hast du?“
Sie sah mir in die Augen.
„Ich… Leukämie…“
„Dagegen kann man doch was machen! Es gibt Therapien und Transplantationen und…“
„BILL! Nein, ich hab heute Post bekommen. Ich habe das Blut von meinem Opa geerbt, er hatte dasselbe wie ich. Nur, bei mir ist es viel, viel früher ausgebrochen ohne das es festgestellt wurde. Ich reagiere auf keine Therapien mehr, Bill, ich…“
Verdammt! Nein!
Ich hielt ihr den Mund zu.
„Sprech es nicht aus, Gina! Du stirbst nicht!“
In ihren Augen sammelten sich Tränen und ich nahm sie aus Reflex in den Arm.
„Wer weiß es noch?“
„Keiner Bill, und das sollte auch so bleiben….“

~*~

16. Kapitel

Tom.

Georg und Gustav waren mir schon auf dem Weg zur Probe entgegen gekommen und wir waren die letzten 500 Meter zusammen gelaufen. Wie lange Bill wohl bei Gina bleiben würde, bis er auch kommt? Ich wollte gar nicht drüber nachdenken.
Seufzend schüttelte ich mit dem Kopf und fing schon mal an meine Gitarre zu stimmen.
Was sie wohl gerade machten?
Mensch Tom, vergiss es. Gustav spielte ein bisschen mit seinen Drummsticks rum und auf einmal hörte man den Fahrstuhl. Das schien wohl Bill zu sein. Na endlich. Ob Gina dabei war interessierte mich herzlich wenig.
Die Tür ging auf und Bill kam rein, mit Gina. Er hatte einen Arm um sie gelegt. Sollte mir das einen Stich versetzen? Ich weiß es nicht, aber mein Herz sackte ein paar Zentimeter tiefer.
Bill sah fertig aus, er hatte geweint und auch Gina sah nicht gerade wie jemand aus der vor guter Laune spriesste.
„Was ist denn mit euch los?“ Kam es von Georg. Zum Glück hatte er gefragt. Ich hätte nichts über die Lippen bekommen. Sie sah so verletzlich aus. Was war nur mit ihr los?
„Ist egal…“, sagte Bill leise. Er flüsterte Gina noch was ins Ohr worauf sie protestierend den Kopf schüttelte und sich dann auf das Sofa neben mich setzte und ein kleines Buch aus ihrer Tasche zog.
Georg, Gustav und Bill waren gerade in eine Diskussion über den neuen Bandnamen vertieft. „Was ist das?“, fragte ich sie.
Gina hob den Kopf und sah mir genau in die Augen.

Gina.

Es war als würde mein Herzschlag aussetzen. Diese Augen würden mich immer um den Verstand bringen, das war mir klar.
„Songtext…“, murmelte ich. Tom blickte mir über die Schulter. „Ich darf doch, oder?“ Unsere Gesichter waren sich so nah, ich atmete flach und unregelmäßig. Kurz nickte ich und schob meinen Kalender ein wenig zu ihm hin.
„Ist gut…“, sagte er, als er fertig war. „Ist noch gar nicht fertig“, sagte ich und versuchte ein Lächeln zu Stande zu bringen. „Ist doch egal…hey…“ Überrascht sah er mich an, mir liefen wieder die Tränen über die Wange. „Gina, was ist denn los?“ Ich schüttelte den Kopf.
„Wird das unser Lied?“, fragte ich ihn mit zitternder Stimme.
Er lächelte. Aber nicht dieses Checkergrinsen. Nein – ein natürliches, liebevolles und warmes Lächeln.
Verdammt, ich werde sterben, dann kann ich mich doch nicht verlieben. Ich zuckte kurz zusammen. Ich werde sterben… Es stimmte, aber wirklich ängstlich war ich nicht.

Tom.

„Wird das unser Lied?“ Ach Gott, mein Herz bummerte schnell vor sich hin. Sie war so süß. Ich glaube ich war verliebt. Ich, Tom Kaulitz, hatte mich verliebt.
„Wenn du willst, gerne. Was für eine Melodie?“ „Das ist eine traurige Ballade, oder soll zumindest eine werden“ Sie lächelte zaghaft.
„Worum geht’s?“ Ich sah sie neugierig an. Für eine Ballade fehlte es Bill und mir immer an Ideen. „Ein Paar, und… einer stirbt…“
Bill wirbelte herum.
„Was hast du denn?“ Ich lachte. Gina sah ihn an und schüttelte den Kopf. Er seufzte. „Können wir mal anfangen, Tom?“ Ich stand auf und nahm meine Gitarre. „Wir reden nachher noch, okay?“ Sie nickte und nahm wieder ihr Buch zur Hand um zu schreiben. Der Stift flog geradezu über das Papier und ich ertappte mich dabei, wie ich sie die ganze Zeit beobachtete. Ich hatte mich doch nicht wirklich verliebt, oder?

Nach einer guten Stunde hörten wir auf zu spielen. Gina applaudierte und wir beschlossen noch nach Mc Doof zu gehen.
Bill redete den ganzen Weg auf sie ein, sodass sie gar nicht die Chance hatte, überhaupt mit mir zu reden. Womöglich wollte Bill auch noch was von ihr. Mein Magen zog sich zusammen.

„Gina sollen wir reden?“ Sie nickte und wir gingen ein paar Meter hinter den anderen. Bill und ich mussten bald zur Bushaltestelle, sonst würden wir den Bus nicht mehr bekommen. „Also… sollen wir uns irgendwann mal treffen? Wegen dem Lied?“ Mein Herz klopfte so laut, das ich befürchten musste, dass sie es hört.
„Sicher, von mir aus gerne. Morgen?“ Ich strahlte und nickte.
„Dann tschüss ja?!“ Sie lachte und drehte sich um. Aus Reflex zog ich sie am Handgelenk zurück, drehte sie um und drückte ihr einen Kuss auf den Mund.
„Ciao.“

~*~

.17 Kapitel

Gina.

Er starrte mich einige Sekunden erschrocken an. Erschrocken über das was er getan hatte, oder erschrocken darüber das er es überhaupt wollte.
Ich spürte mein Herz rasen, fühlte immer noch seine Lippen auf meinen.
Verdammt Gina! Nein!
Tom lächelte mich noch einmal kurz an und ging dann zur Bushaltestelle.
„Tom warte!“ Ich lief ihm nach.
„Was ist?“ Wieder diese Augen.
„Deine Handynummer, ich weiß gar nicht wo du wohnst…“ Ich hielt ihm mein Handy entgegen und er speicherte seine Nummer ein. „Kein Problem, aber wir wohnen eh direkt gegenüber der Bushaltestelle… Kann man nicht verfehlen.“ Er grinste mich noch mal an und verschwand dann im Bus.
Er durfte sich nicht in mich verlieben. Er durfte es einfach nicht. Ich würde alles kaputt machen!
Langsam kullerten mir die ersten Tränen die Wangen hinunter. Wieso verdammt musste ich krank sein? WIESO? Was hab ich falsch gemacht?
Ich lief so schnell ich konnte nach Hause. Zum Glück waren bald Ferien.
Wie lange hatte ich eigentlich noch zu leben?
Abrupt blieb ich stehen, nur um dann einen Gang schneller nach Hause zu kommen. „Mama?“
Ich fand sie in der Küche am Tisch sitzend, den Kopf in die Handflächen gestützt. „Mama?“ „Hm?“
Ich holte ein paar Mal tief Luft. „Wann werde ich sterben?“
Erschrocken riss Mum ihren Kopf hoch und sah mich an, als würde ich von einem anderen Planeten kommen. „Gina… du… och Maus komm her“
Weinend kuschelte ich mich an sie. Wie lange waren so vertraute Momente her.
„Ich bin schrecklich“, flüsterte ich. „Ich bereite dir nichts als Kummer. Erst lieg ich im Koma, dann stirbt Opa, und jetzt ich. Ich will nicht sterben, Mami!“
Beruhigend streichelte sie mir über den Kopf. „Du stirbst nicht, Süße! Nicht so, und nicht jetzt. Kämpf, Maus, kämpf! Glaub an Dich!“

~*~

18. Kapitel

Tom.

Piep… Piep… Piep…

Gefrustet schmiss ich meinen Wecker gegen die Wand und drehte mich wieder um. Schmatzend zog ich mir mein Kissen wieder über den Kopf.
Ich war müde.
Wer wäre nicht müde, wenn er die ganze Nacht wach gelegen hätte und nur an ein Mädchen gedacht hatte.

Piep… Piep… Piep

Verdammt was soll das denn?
Der Wecker müsste längst kaputt sein. Ich sah mich um. Das Piepen kam aus meiner Hose. Seufzend rappelte ich mich hoch und angelte mir meine Baggy um dann in den Taschen nach meinem Handy zu wühlen.
Eine SMS…

Mädel Schwimmen

Mein Herzschlag setzte aus.
Sie?
Wieso schrieb sie mir?
Verwundert öffnete ich die Nachricht und begann zu lesen.

Hey Tom,
ich steh hier gerade so locker
lustig an der Bushaltestelle…
Willst du nicht mal aufstehen?
xD
Gina ;D

Ungläubig starrte ich mein Handy an.
Bill hatte Recht, sie war ihm bekannt vorgekommen. SIE war das Mädchen vom Schwimmen. Oh mein Gott…

Ding Dong…

Ohne Nachzudenken rannte ich die Treppe runter und riss die Haustür auf.
„Na…“
Gina lächelte mich an und umarmte mich zur Begrüßung.
Völlig perplex ging ich zur Seite um sie ins Haus zu lassen.
„Nett hast du’s… Wo ist denn dein Brüderchen?“ Gina grinste und schaute ins Wohnzimmer. „Der pennt noch…“
„Ich hab dich geweckt, wa?“
Betreten nickte ich und sie lachte.
Das Lachen stand ihr so gut. Ich seufzte.


Gina.

Ich musste mich richtig zusammen reißen.
Tom.. nur in Boxer und Shirt. Meine Nerven lagen blank.

„Setz dich in mein Zimmer, okay? Ich geh dann eben ins Bad und… willst du was Trinken?“ Er war genauso nervös wie ich, das merkte man.
Es lag so eine Spannung zwischen uns.
Ich schüttelte den Kopf und folgte ihm in sein Zimmer.

„Hast ja prima aufgeräumt“, scherzte ich. Er lachte. „Ja, aber Bills Zimmer ist noch schlimmer. Überall liegen Blätter rum. Und seine schminke natürlich“ Er grinste mich an, schnappte sich seine Klamotten und verschwand mit einem „10 Minuten“ aus seinem Zimmer.
Ich sah mich um.
Ordentlich war es wirklich nicht, aber es hätte anders auch nicht zu ihm gepasst.

Seine Gitarre lag auf dem Schreibtisch. Ich zog meine Schuhe und meine Jacke aus und setzte mich mit Gitarre auf sein Bett und klimperte ein bisschen auf ihr rum.
Mein Notizbuch mit dem Text lag vor mir.
Absurd, ich weiß doch genau, das ich keine Melodie zu Stande bekomme.

Ich saß mit dem Rücken zur Tür, somit bekam ich auch nicht mit,.vertieft wie ich ins Gitarre „spielen“ war, das Tom das Zimmer betrat und sich hinter mich setzte.
Erst als seine Arme mich umschlungen um mir zu zeigen wie man ein paar Töne zupfte reagierte ich.
Erschrocken wich ich zurück und lief knallrot an.
„So… darf ich mal den Text lesen?“
Er grinste, als wäre nichts gewesen.
Ich nickte und schob ihm das Buch zu..

Zum ersten Mal alleine
In unserem Versteck
Ich seh noch unsere Namen an der Wand
Und wisch sie wieder weg
Ich wollt dir alles anvertrauen
Warum bist du abgehaun
Komm zurück
Nimm mich mit

Komm und rette mich
Ich verbrenne innerlich
Komm und rette mich
Ich schaff's nicht ohne dich
Komm und rette mich
Rette mich
Rette mich

Unsere Träume waren gelogen
Und keine Träne echt
Sag, dass das nicht wahr ist
Sag es mir jetzt
Vielleicht hörst du irgendwo
Mein SOS im Radio
Hörst du mich?
Hörst du mich nicht?

Komm und rette mich
Ich verbrenne innerlich
Komm und rette mich
Ich schaff's nicht ohne dich
Komm und rette mich
Dich und mich
Dich und mich
Dich und mich
Dich und mich
(Dich und mich)

Ich seh noch unsere Namen
Und wisch sie wieder weg
Unsere Träume waren gelogen
Und keine Träne echt
Hörst du mich?
Hörst du mich nicht?

Komm und rette mich
Rette mich
Komm und rette mich
Ich verbrenne innerlich
Komm und rette mich
Ich schaff's nicht ohne dich
Komm und rette mich
Rette mich
Rette mich
Rette mich
Rette mich


~*~

19. Kapitel

Unsicher beobachtete ich ihn. Seine Mimiken, versuchte zu erahnen welche Gedanken er hatte, als er den Text von „Rette Mich“ las.
Verdammt, das war mein erster Songtext. Mein Songtext, der höchstwahrscheinlich auch vertont werden würde.
Mein Wunsch ging in Erfüllung, wie lange träumte ich schon von meinem eigenen Lied, ich schielte zu Tom, unser Lied, hatte er gesagt. Ich seufzte.
Tom sah auf. „Was ist los?“
Ich winkte ab. „Hab grad nur daran gedacht, dass aus meinem Text ein Lied wird, ich mein, ein LIED! Ich hab schon viele Texte geschrieben aber – hey wieso lachst du?“
Unterbrochen von Toms Geräuschen, die im Entferntesten ein Lachen darstellen sollten, lenkte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf ihn.
Tom rollte sich weiter über sein Bett und ließ sich letztendlich runterfallen und lachte auf dem Boden weiter.
„Ich find das gar nicht lustig! Du verletzt damit meine Gefühle“, murrte ich und lehnte mich schmollend, fast liegend gegen die Wand.
Vom Boden kam ab und zu noch ein leises Kichern, dann verstummte Tom ganz. Minutenlang sagte keiner ein Wort, und ich wollte gerade wieder zum Sprechen ansetzen, als Tom sich aufsetzte und aufs Bett gekrabbelt kam.
Schweigend legte er mein Buch auf seinen Nachtisch und nahm seine Gitarre. Anfangs spielte er nur einzelne Akkorde, die sich immer mehr zu einer Melodie zusammensetzten. Ich versuchte mir vorzustellen, wie er mit Bill zusammen saß und Lieder komponierte, ob er dann auch so wenig sprach?
„Hör mal…“ Seine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Immer noch mit Schmollmund sah ich ihn an und er spielte eine kurze Melodie.
Sie war so, traurig, aber gleichzeitig auch voller Hoffnung. Ich bekam Gänsehaut.
„Und?“
Skeptisch zog ich die rechte Augenbraue hoch und schmollte weiter. Sollte er doch warten bis der Pfeffer wächst, wer hatte hier wen ausgelacht?
„Naja wa…“ Die braunen Augen weiteten sich und er öffnete empört den Mund, dann sah er mein Grinsen. „Monster“, zischte er, bevor er sich ohne jegliche Vorwarnung auf mich schmiss und mich durchkitzelte.
Wenn ich eins hasste dann war das Kitzeln. Ich befreite mich so gut es ging und krabbelte über den Boden und stand schließlich auf um mich hinter der Tür zu verstecken. Protestierend versuchte er mich hervorzuziehen, was ihm nicht wirklich gelingen wollte.
„Gina… bitte!“ Ich kicherte, schlug die Tür zur Seite, also zu und versuchte an Tom vorbei zukommen, doch diesmal war ich zu langsam. An den Handgelenken hielt er mich fest und drückte mich gegen die geschlossene Tür und fixierte mich.

Schwer atmend und mit leicht gerötetem Gesicht stand ich da nun. Ich beobachtete ihn, genauso wie er mich.
Er lockerte den Griff an einem Handgelenk und ich ließ mein Hand fallen. Seine hingegen streichelte nun leicht meine Wange. Mein Herz bummerte so laut, ich glaube er konnte es hören.
Mit dem Daumen fuhr er über meine Schläfe, mein Kinn entlang und schließlich über meine Lippen.
Was war das auf einmal so heiß hier drin?
Sein Blick glitt von meinen Augen auf meine leicht geöffneten Lippen und wieder zurück. Unsicher sah er mich an, streichelte immer wieder meine Wange.
Zaghaft hob ich meine Hand. Sonst war ich doch auch nicht so schüchtern!
Langsam kam sein Gesicht näher, ich schloss die Augen, wartete auf den Moment, wo seine Lippen auf meine treffen würden.
Als ich sein Piercing fühlte, explodierte etwas in mir, und Millionen kleine Schmetterlinge flogen durch meinen Bauch. Wie sehr hatte ich mich nach so einem Moment immer gesehnt. Ich legte meine Hand an seinen Nacken und er zog mich zu sich und legte seine Arme um meine Taille.
Leicht öffnete er seinen Mund und stupste mit seiner Zunge gegen meine Lippen und bat um Einlass. Nach kurzer Zeit gewährte ich ihm diesen auch und als unsere Zungenspitzen sich zum ersten Mal berührten zuckten wir kurz zusammen.
Zärtlich liebkoste er meine Zunge und nach einer halben Ewigkeit erwiderte ich den Kuss. Konnte der küssen!
Als wir mangels Luft uns voneinander lösten, strich er mir liebevoll eine Haarsträhne aus dem Gesicht, drückte mir noch einen Kuss auf und sah mich erwartungsvoll an.
Ich lächelte.
„Die Melodie ist toll, keine Sorge“, er lachte. „Das will ich auch hoffen.“ Zögernd küssten wir uns noch mal und wir wären auch nicht unterbrochen worden, wenn Bill die Tür nicht aufgemacht hätte und voll ins Zimmer gerannt gekommen wäre.
Tom löste sich von mir und sah Bill abwertend an. „Was’n los Bruderherz?“ Bill sah mich an, mit gerunzelter Stirn.
„Seit ihr jetzt zusammen oder so?“ Ich sah zu Tom, er lächelte und nickte. „Ich denke schon…“ Er küsste mich noch mal kurz.
Bills Augen verengten sich zu Schlitzen.
„Naja, okay. Ich geh dann mal wieder. Tom? David hat angerufen, wir sollen über Silvester zu ihm kommen, damit wir noch mal alles wegen den Aufnahmen klären können.“
Tom nickte und dann waren wir wieder allein.
Aber ich konnte mich nicht mehr auf Tom konzentrieren und verabschiedete mich kurz darauf auch mit einem Kuss und der Begründung, dass meine Mutter mit dem Essen auf mich warten wollte.
„Ruf mich an“, grinste er wieder sein Checkergrinsen und warf mir eine Kusshand zu. „Idiot“, sagte ich nur und lachte.

Als ich die Treppe runter ging, sah ich Bill an der Haustür lehnen, anscheinend hatte er auf mich gewartet.
„Ich halte das für keine gute Idee, Gina.“ Ich zog meine Schuhe und meine Jacke an und wollte an ihm vorbei, aber er versperrte die Tür.
„Bill könntest du mich bitte rauslassen? Ich muss nach Hause.“
„Er weiß es nicht, oder?“ Ich schwieg. Bill lachte höhnisch auf.
„Du sagst es ihm, ich will nicht dass das zwischen euch steht!“ Sein Blick war so kalt, so kannte ich ihn gar nicht. Es tat weh. Traurig sah ich zu Boden.
„Wenn der richtige Zeitpunkt da ist, okay? Ich muss jetzt echt nach Hause.“
Mit einem „Denk gut drüber nach“, schloss er die Haustür hinter mir.
Die ganze Zeit über hatte ich seinen Blick vor Augen, so kalt. Doch genau diese Augen mochte ich so sehr an seinem Bruder.
Es war doch zum Verzweifeln, Bill hatte Recht, aber wie sagt man jemanden den man liebt, bzw. jemanden der dich liebt, das man bald sterben würde.

„Hey Mum!“ Ich trat in die Küche unseres Hauses. Meine Mutter saß am Küchentisch. „Du hast Post…“


~*~

20. Kapitel

Vor Entsetzen brachte ich kein Wort heraus. Ich sah sie nur an, meine Mutter, die meinem Blick mit glasigen Augen erwiderte. „Von…“
Noch bevor ich meine Frage beenden konnte, hatte sie schon genickt, ich ließ mich auf einen Küchenstuhl sinken und starrte fassungslos auf den schneeweißen Briefumschlag. So ein dämliches Blatt Papier entscheid also über mein weiteres Leben.
Das kann doch nicht sein, die Tränen stiegen mir in die Augen. Das war doch nicht fair, warum hieß es im letzten Brief, das sie genaue Zeiträume noch nicht nennen könnten und jetzt das?
„Gina, mach ihn auf. Bitte!“
Mum’s Stimme war so zitterig, so aufgelöst habe ich sie schon so lange nicht mehr erlebt.
Mit steifen Fingern knibbelte ich an dem Briefumschlag und nahm letztendlich den Briefbogen heraus.

Sehr geehrte Frau Berger,

Geehrt? Pah, als ob mich so eine Nachricht freuen würde. Vor lauter Tränen konnte ich schon fast nichts mehr sehen. Wo stand diese verfluchte Zahl denn jetzt, knallhart, ich will’s wissen, wann, wo und wie ich abkratzen werde.

…tut es uns Leid ihnen mitteilen zu müssen, das ihre noch verbleibende Lebenszeit sich auf einen Zeitraum von etwa 3-10 Monate beschränkt.


Mit einem Plopp zerbrach sie, meine Welt.
Ich sprang auf und fing an zu schreien, zerriss das verdammte Papier, das kann doch nicht wahr sein!
Die konnten mir doch nicht sagen, dass ich bald nicht mehr da sein werde, ich… Ich konnte mit 15 doch nicht sterben.
Heulend brach ich auf dem Boden zusammen, haute immer wieder auf den Küchenboden ein und wollte – nein, konnte nichts wahrnehmen was sich in meiner Umwelt abspielte. Meine ganzes bisheriges war eine einzige Lüge. Als hätten die Ärzte nie gewusst, das ich krank bin. Sie wussten es, sie wussten es verdammt noch mal, und sie freuen sich daran, Hoffnungen zu zerstören. Nicht das ich gehofft hätte, das ich einfach gesund sein werde, aber irgendwie hofft doch jeder, das es alles einfach nur ein schlechter Scherz war, ein Fehler der Ärzte, das sie einfach jemand anderes gemeint hatten.

Mum ließ sich neben mir auf den Boden nieder, nahm mich tröstend in den Arm. „3 bis 10 Monate, Mama, ich versteh nicht.“ – „Shhh… wir schaffen das mein Schatz.“
„Was sollen wir da bitteschön schaffen, Mama! Ich werde s-t-e-r-b-e-n.! Nicht mehr da sein, dann lass ich dich auch noch allein, so wie Opa.“ Schluchzend hing ich mich an ihren Hals, heulte mir die Seele aus dem Leib.


Als ich auf die Uhr sah war es bereits 18 Uhr.
Mein Blick schweifte wie so oft durch mein Zimmer, betrachtete mein Gesicht. Auch nach Stunden sah man noch das ich geheult hatte.
Seufzend griff ich nach meinem Handy und klingelte bei Tom an, den hatte ich ganz vergessen.
„Hallo?“
Bloß nichts anmerken lassen.
„Hey hier ist Gina!“
„Na Süße, wie geht’s?“
Och, abgesehen davon das ich nächstes Weihnachten wahrscheinlich nicht mehr erleben werde ganz gut.
„Joa ganz okay. Dir?“
„Immer gut wenn ich deine Stimme hör.“
Ich grinste leicht.
„Du Tom…?“
„Was denn Schatz?“
Ich seufzte und holte tief Luft.
„Das mit uns, ich glaube das ist keine so gute Idee… Tut mir Leid.“

Ich drückte weg, machte mein Handy aus und zog mir das Kissen über den Kopf.
Von wegen, dass Leben ist schön.

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