TH FanFictions - by Lara <3


Mit leeren Augen starrte sie in den tiefschwarzen Nachthimmel. Schwarz, so fühlte sie sich auch im Inneren.
Wie lange sie hier schon stand, das konnte sie wohl keinem sagen.


Seit Wochen hatte sie jegliches Zeitgefühl verloren, lebte nur noch den alltäglichen Trott.
Aufstehen, Schule, Hausaufgaben, Schlafen…
Alles nicht so schlimm, würden die meisten nun sagen. Das hätte sie vor 3 Monaten auch noch gesagt, vor 3 Monaten, als eigentlich noch alles in Ordnung war.
Seit circa 1 ½ Jahren gab es sie nun schon, Tokio Hotel, die wohl erfolgreichste Teenie-Band Deutschlands, und er, ihr Bill, war der Sänger.
Traumhaft, hatte sie am Anfang gedacht.
Schrecklich, dachte sie nun.
Romy wusste nicht, wie sie je gedacht haben könnte, dass alles schon gut gehen könnte. Das sie wirklich geglaubt hatte, die Beziehung würde nicht darunter leiden das Bill durch halb Europa tourte und sie sich vielleicht alle 2 Monate ein paar Stunden sehen könnten, wenn überhaupt.
Ein paar weitere Tränen liefen ihr über die Wangen und verschmierten ihre Wimperntusche. Es kümmerte sie nicht, es kümmerte sie überhaupt nichts mehr, seit Bill vor genau 87 Tagen mit ihr Schluss gemacht hatte.
Einfach so, sie hätten sich auseinander gelebt, hatte er gesagt.
„Auseinander gelebt“, hatte sie nur erwidert und dann hysterisch gelacht.
„Wer ist denn nie da wenn ich ihn brauch? Wer meldet sich fast nie? Ich kann mich schlecht melden, weil ich nie genau weiß ob du nicht in einem Interview hockst und es auffliegt das du ne Freundin hast!“
Romy konnte jedes genaue Wort wiedergeben, so oft hatte sie daran gedacht.
Sie erinnerte sich an die Versprechungen, die Bill ihr am Anfang der Karriere gemacht hatte. Das er sie nie leugnen würde, das er von vorne herein klar stellen würde, das er glücklich vergeben war und das die Fans sich gar keine Hoffnungen machen brauchten.
Pustekuchen!
Alles gelogen, in jedem Interview sah sie seine Lügen schwarz auf weiß gedruckt, in jeder TV-Sendung wo die Frage zu Wort kam sagte er aus voller Überzeugung das er Single war, aber im Moment ja eh nicht soviel Zeit für eine Freundin hatte.
In dem zweiten Punkt hatte er durchaus Recht behalten.

Seit jenem Tag an dem sie telefoniert hatten, war sie nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Sämtliche Versuche ihrer Freundinnen sie wieder aufzupäppeln waren gescheitert, Romy ließ sich nicht aus ihrer Endlosschleife ziehen und dachte gar nicht daran, einen auf fröhlich zu machen.
Es ging ihr scheiße, also konnte es auch jeder wissen.
Seufzend strich sie sich eine braune Haarsträhne aus dem Gesicht und machte sich auf den Weg nach Hause.
Es war schon wieder viel zu spät geworden.
Nicht das es sie viel interessieren würde, geschlafen hatte sie schon lange nicht mehr vernünftig. Jede Nacht stierte sie auf ihr Handy, in Hoffnung das er sich melden würde, aber nichts kam.
Nichts.

„Romy, es ist halb 11.“
Das braunhaarige Mädchen ignorierte ihre Mutter und ging weiter. „Romy!“
Sie blieb kurz stehen und warf ihrer Mutter nur einen wütenden Blick zu, die daraufhin auch verstummte und sie weitergehen ließ.
Romy knallte ihrer Zimmertüre hinter sich zu und ließ sich auf ihr Bett fallen.
Es sah noch alles genauso aus, wie als sie mit ihm zusammen war.
Alle Fotos von ihnen standen noch auf ihrem Nachttisch, in ihrem Regal, auf ihrem Schreibtisch.
Sie wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel und nahm ein Gruppenfoto in die Hand, was sie, Bill und den Rest der Band zeigte.
Es war kurz vor der Videopremiere von Durch den Monsun gewesen. Als noch alles in Ordnung gewesen war, als sie noch glücklich war.
Er hatte einfach 2 Jahre Beziehung weggeworfen. Wie ein Stück Dreck.
Ob sie ihm noch etwas bedeutete?
Sie wusste es nicht.
Sie hatte absolut keine Ahnung.
Träge erhob sie sich und stellte das Bild an seinen alten Platz zurück. Dann verschwand sie im Bad um sich umzuziehen und sich abzuschminken, sofern überhaupt noch Schminke vorhanden war.

Müde setzte sich Romy am nächsten Morgen neben Emma in den Bus.
Sie war so was wie ihre beste Freundin, sie wusste alles über ihre Gefühle. Sie war auch die einzigste, die alles über die Sache mit Bill wusste. Wirklich alles.
Den anderen hatte sie nur Bruchstücke erzählt.
„Wie geht’s dir?“, wurde sie begrüßt. Romy zuckte die Schultern und starrte vor sich hin, wie jeden Tag.
„Mhm... Man Romy, ich weiß das du das nicht mehr hören kannst, aber du musst ihn vergessen. Es kann doch nicht sein das du nur noch durch die Gegend eierst wie ein Häufchen Elend.“ Die Blonde legte ihre Hand tröstend auf den Arm ihrer Freundin.
Sie konnte sich gut in Romy hineinversetzen, aber es war nicht in Ordnung, dass sie nun schon so lange durch die Weltgeschichte lief, als würde ihr das alles am Arsch vorbeigehen.
„Ich glaub das kann ich immer noch ganz gut selbst beurteilen“, zischte Romy wütend und wandte ihrer Freundin den Rücken zu. Diese steckte sich seufzend die Hörer ihres I-Pods in die Ohren und schaltete ihn ein.
Romy seufzte. Früher hatte sie immer neben Bill gesessen, war schon mit einem Kuss begrüßt worden.

„Hey Schatz!“
Lächelnd ließ Romy sich neben dem schwarzhaarigen nieder und wurde sofort in einen sanften Begrüßungskuss gezogen..
„Na mein Engel! Wie geht’s dir?“ – „Wie immer wenn ich dich seh. Bestens!“
Bill grinste und zog Romy an sich und legte einen Arm um sie.
„Wie war das Wochenende in Hamburg?“, fragte die Braunhaarige.
„Total geil sag ich dir! Wir haben die Aufnahmen so gut wie fertig und David meint das wir wirklich Erfolg haben können. Ich bin so aufgeregt.“
Romy freute sich mit ihrem Freund und gab ihm einen langen Kuss.
Wohlig seufzend kuschelten sie weiter.
„Und wenn ich dann berühmt bin“, begann Bill lachend, „wird das erste was ich in einem Interview sagen werde sein… Schaut her, das ist Romy, mein Leben! Und alle Fans werden genau wissen, dass sie bei mir keine Chance haben. Denn an dich kommt keiner ran.“
Romy lachte.
„Ich liebe dich“, flüsterte Bill und zog sie in einen erneuten Kuss.


Eine Gänsehaut überzog ihren Körper und sie schüttelte sich.
Bloß nicht dran denken, das machte alles doch nur noch schlimmer.

Der Schultag zog sich schleppend dahin, wie jeden Tag.
Erst Geschichte, dann Englisch. In der Pause hockte sie bei ihren Freundinnen und hörte halbherzig zu, wie Emma von ihrer neuen Eroberung erzählte.
„… und die Augen. Ich sag euch: Der Wahnsinn! So ein blau hab ich mein Leben noch nicht gesehen! Als würde er mich durchbohren. Ich hab direkt Gänsehaut bekommen!“
Romy stand beim ersten Klingeln sofort auf und machte sich auf den Weg in die Klasse. Sie hatten nun Doppelstunde Kunst, wenigstens etwas wo sie nicht aufpassen musste.
Nach und nach trudelten die anderen auch ein und Caro, neben der sie in Kunst saß, kam auf sie zu.
„Hey Romy…“ Sie sah auf und lächelte halbherzig als Caro ihr einen Lutscher in die Hand drückte. „Hab ich noch übrig. Und jetzt lach bitte für mich, ja?!“
Sie zwinkerte ihr zu aber in Romys Gesicht änderte sich nichts.
„Danke Caro“, flüsterte sie nur und begann damit ihr Bild weiterzumalen.
Als Bill noch in ihrer Klasse gewesen war,…
Sie schloss die Augen um die Tränen zu unterdrücken, die sich bereits bemerkbar machten. Ihre Augen brannten wie Feuer.
Romy putzte sich kurz die Nase und machte sich dann wieder an die Arbeit.
„Was machst du nachher noch?“, fragte Caro sie irgendwann.“
Die Braunhaarige überlegte kurz und zuckte dann die Schultern. „Nichts.“
„Hast du Lust was zu unternehmen? Wir können doch ein Eis essen gehen oder so…?“ – „Ach ich weiß nicht…“
Caro knuffte sie in die Seite. „Na komm. Ich lad dich ein!“ Sie strahlte regelrecht.
„Von mir aus…“
„Cool ich hol dich gegen 3 ab, ja?!“
Romy nickte abwesend.
Hoffentlich würde sie nicht wieder den ganzen Tag an Bill denken müssen.

Wann hatte sie noch mal bemerkt dass etwas nicht stimmte?
Sie wusste es nicht mehr genau, Bill hatte sich irgendwann immer weniger gemeldet, antwortete nicht mehr auf ihre SMS und wenn sie ihn nachts mal anrief, war sein Handy ausgestellt.
Romy hatte sich solche Sorgen gemacht, dass irgendwas war, aber da selbst in den Medien nichts über Tokio Hotel kam, war ihm anscheinend auch nichts passiert, aber wieso meldete er sich nicht!?
Sie redete sich ein, er würde viel Stress haben. Immerhin war er Sänger der erfolgreichsten Band Deutschlands. Da konnte es schon mal vorkommen, dass er mal ein paar Tage keine Zeit hatte
Sie wusste noch genau, wie sie sich gefreut hatte, als ihr Handy auf einmal geklingelt hatte und Bill auf dem Display stand…

Freudestrahlend klappte Romy ihr Handy auseinander und drückte auf den grünen Hörer.
„Hallo mein Schatz“ sagte sie fröhlich.
„Hey Romy!“, kam es leise vom anderen Ende der Leitung.
„Wie geht’s dir? Warum hast du dich so lange nicht gemeldet?“
„Mir geht’s gut. Viel Stress. Wir machen gerade nur nen Zwischenstopp und ich vertrete mir kurz die Beine.“
„Achsooo… Das wird schon. Wann seid ihr denn wieder in Magdeburg?“
Romy freute sich die Stimme ihres Freundes endlich mal wieder richtig zu hören, nicht in irgendwelchen Interviews.
„Ja… Romy, also der Grund warum ich anrufe. Ich weiß gar nicht wie ich das sagen soll.“ Sie hörte ihn schwer seufzend und ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit. Was wollte er ihr sagen?
„Also… Das ist total scheiße übers Telefon und ich könnte mir in den Hintern beiße. Aber ich will nicht das du unglücklich bist und so, dafür bist du mir zu wichtig, Romy!“
Sie sagte nichts, schluckte schwer. Ihr war klar was hier grad passierte und am liebsten hätte sie ihr Handy an die Wand gepfeffert und wäre aus dem Fenster gesprungen.
„Du machst Schluss?“, fragte sie schließlich mit zitternder Stimme.
Bill seufzte am anderen Ende der Leitung.
„Ja.“
Ein paar Tränen fanden den Weg über Romys Wangen. Ihre Stimme zitterte.
„Weil?“
„Ich, also. Ich hab keine Zeit für dich Romy. Wir sehen uns gar nicht mehr. Wir,… ich glaub wir haben uns auseinander gelebt.“
„Auseinander gelebt?“ Romy lachte auf.
„Romy bitte. Ich möchte mich nicht mit dir streiten.“
„Du hast leicht reden. Wer ist denn nie da wenn ich ihn brauch? Wer meldet sich fast nie? Ich kann mich schlecht melden, weil ich nie genau weiß ob du nicht in einem Interview hockst und es auffliegt das du ne Freundin hast.“
Bill blieb stumm.
„Ich… glaub es ist alles gesagt. Ich – wir sehen uns! Viel Glück Romy.“
Er legte auf.
Und Romy saß fassungslos da.


„Zwei Joghurtbecher bitte“, bestellte Caro und drückte Romy dann ihre Portion in die Hand. Zusammen schlenderten die beiden Freundinnen durch die City und schauten sich einige Klamotten im Schaufenster an.
„Können wir noch eben in den CD-Laden?“, fragte Caro. Romy nickte kurz und die beiden Freundinnen betraten den kleinen Laden.
„Ich such eben ja?“ Mit diesen Worten verschwand Caro auch schon hinter einem Regal und Romy sah sich um.
Irgendwann sprang ihr eine CD ins Auge.
Tokio Hotel – Zimmer 483
Sie schluckte als sie das Cover sah, nahm die CD in die Hand und las sie sich die Liedertitel durch.
Es dauerte vielleicht 5 Sekunden, bis sie sich entschloss die CD zu kaufen.
Sie packte die CD gerade in ihre Tasche als Caro, die endlich fündig geworden war, ankam.
„Hast du was gekauft?“ Romy schüttelte den Kopf, die CD in ihrer Tasche wurde bei dieser Lüge schwer wie Stein.
„Okay“, Caro lächelte und bezahlte ihre CD.
„Wohin nun?“
„Ich soll noch ne Fernsehzeitung kaufen“, Caro lachte und zog ihre Freundin dann hinter sich her in den nächstbesten Kiosk.
Romy ließ ihren Blick über die Zeitungen gleiten. Als sie die BRAVO entdeckte, wünschte sie sich, es nicht getan zu haben.
Auf dem Cover war niemand anderes als Bill.
Das war ja nicht gerade schlimm. Das sie ihn überall sehen würde, daran hatte sie sich ja schon gewöhnt.
Das was ihr zu schaffen machte, war der Titel der unter dem Bild stand.

Bill wird zum Casanova – Das mittlerweile vierte Mädchen mit dem er beim Knutschen erwischt wird.


Mit leeren Augen starrte sie in den tiefschwarzen Nachthimmel. Schwarz, so fühlte sie sich auch im Inneren.
Wie lange sie hier schon stand, das konnte sie wohl keinem sagen.
Romy schloss müde die Augen und lauschte den Klängen ihres MP3-Players.

Über den Dächern ist es so kalt und so still
Ich schweig Deinen Namen, weil du ihn jetzt nicht hören willst
Der Abgrund der Stadt verschlingt jede Träne die fällt
Da unten ist nichts mehr, was Dich hier oben noch hält

Ich schrei in die Nacht für Dich, lass mich nicht im Stich
Spring nicht
Die Lichter fangen Dich nicht, sie betrügen Dich
Spring nicht
Erinner Dich, an Dich und mich
Die Welt da unten zählt nicht
Bitte Spring nicht


Woran er wohl gedacht hatte, als er diesen Text geschrieben hatte?
An sie? An ihre Beziehung die er kaputt gemacht hatte?
Sie öffnete wieder die Augen und sah sich um.
Ein paar Autos fuhren unten auf der Straße noch.
In welchem Stock sie war?
Sie wusste es nicht.
Es waren nur verdammt viele Treppen gewesen, die sie hatte steigen müssen um auf das Dach des Hochhauses zu kommen.

In deinen Augen scheint alles sinnlos und leer
Der Schnee fällt einsam
Du spürst ihn schon lange nicht mehr
Irgendwo da draussen bist Du verloren gegangen
Du träumst von dem Ende, um noch mal von vorn anzufangen

Ich schrei in die Nacht für Dich, lass mich nicht im Stich
Spring nicht
Die Lichter fangen Dich nicht, sie betrügen Dich
Spring nicht
Erinner Dich, an Dich und mich
Die Welt da unten zählt nicht
Bitte Spring nicht
Spring nicht


Sie konnte nicht mehr.
Sie konnte ihr Leben nicht jemandem hinterher trauern, der sie ohne mit der Wimper zu zucken verlassen hatte.
Sie würde verrückt werden.
Sie war es ja jetzt schon.
Wütend wischte sie sich die Tränen von den Wangen und fasste einen Entschluss

Ich weiss nicht wie lang ich Dich halten kann
Ich weiss nicht wie lang

Nimm meine Hand wir fangen noch mal an
Spring nicht

Ich schrei in die Nacht für Dich, lass mich nicht im Stich
Spring nicht
Die Lichter fangen Dich nicht, sie betrügen Dich
Spring nicht
Erinner Dich, an Dich und mich
Die Welt da unten zählt nicht
Bitte Spring nicht

Spring nicht
Und hält Dich das auch nicht zurück, dann spring ich für Dich


Engel hatte er sie immer genannt.
Natürlich. Sie war sein Engel gewesen.
G e w e s e n !
Romy holte ihr Handy hervor tippte eine Nachricht ein und drückte auf Senden.
Danach steckte sie es wieder weg und stand auf.
Sie atmete tief durch, schloss die Augen.
Das war’s dann wohl, ging es ihr durch den Kopf.
Sie lächelte leicht und trat einen Schritt vor.


„Bill dein Handy!“
Der Schwarzhaarige hob müde den Kopf angelte nach seinem Handy und öffnete den Posteingang.
Romy.
Er runzelte die Stirn und öffnete die Nachricht.

„Spring nicht“ spricht mir aus der Seele…
Wusstest du das Engel fliegen können?

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